Klangkunst, Wahrnehmung, Assoziationen. Eine inklusive Führung des Institut Mathildenhöhe Darmstadt in Kooperation mit dem DemenzForumDarmstadt e. V.
Führung durch die Sonderausstellung „Nevin Aladağ – Raise the Roof“ mit Julia Hichi M. A. (wissenschaftliche Mitarbeiterin) und Maren Meier M. A. (wissenschaftliche Volontärin)
Nach einer kurzen inhaltlichen Einführung durch Julia Hichi und Maren Meier wurden ausgewählte Werke von Nevin Aladağ näher betrachtet, die über verschiedene Sinne erfahrbar sind. Zentrales Thema der in Berlin lebenden Künstlerin ist das Zusammenspiel von Kunst, Musik und Performance, das vielfältige Assoziationen zu Themen wie Identität und Gemeinschaft eröffnet.
Beginnend mit der Werkgruppe Vibrating Images in der Halle 1, die aus Holzkörpern mit eingebauten Schalllöchern und Musikinstrumenten besteht, konnte beispielsweise das Sehen, das Fühlen und das Hören vermittelt werden. Zunächst erfolgte eine visuelle Beschreibung der Werke durch die Teilnehmenden. Als Anschauungsbeispiel für die verarbeiteten Musikinstrumente wurde eine Cabasa herumgereicht, um das lateinamerikanische Perkussionsinstrument zu ertasten und mit Bewegungen zum Klingen zu bringen. Ergänzend dazu wurde ein Video von einer musikalischen Improvisation an den Vibrating Images abgespielt, wodurch die Teilnehmenden den Klang der Werke erleben konnten.
Bei der multisensorischen Vermittlung der Ausstellung lag ein Fokus darauf, mit den Teilnehmenden in einen Dialog zu treten und ihren persönlichen Interessen Raum zu geben. Das führte insbesondere bei der Werkgruppe Social Fabrics, die auf Wunsch der Teilnehmenden in den Rundgang integriert wurde, zu einem intensiven Austausch. Die Collagen aus Teppichen mit verschiedenen Herkunftsgeschichten weckten vielfältige Erinnerungen, welche die Teilnehmenden miteinander teilten.
Den krönenden Abschluss der Führung bildete das Werk Public Resonator, das aus einem runden Resonanzkörper mit mehreren Trommeln, Panflöten, Harfen, Gitarren und einem umlaufenden Glockenspiel am Sockel besteht. Hier durfte die Gruppe selbst aktiv werden und die Klangskulptur bespielen, wodurch sie sich zu einem musizierenden Ensemble zusammenfand.
Die Resonanz auf die inklusive Führung fiel durchweg positiv aus. Wir bedanken uns ganz herzlich bei dem DemenzForumDarmstadt e. V. und insbesondere bei Renate Steffens für die erfolgreiche Kooperation und freuen über eine Fortsetzung im Rahmen zukünftiger Ausstellungen.
Erfahrungsbericht von Julia Hichi M.A. und Maren Meier M.A.